Gabriele Backhaus
Findhorn Foundation

Artikel "Die Findhorn Foundation"

Die Findhorn Foundation

"Ich bin Geist, ich bin überall in allem in jedem. Es gibt keinen Ort, an dem ich nicht bin. Wenn Du diese Erkenntnis voll realisierst und akzeptiert hast, weißt Du, daß das Himmelreich in Dir ist. Deine äußere Suche findet ein Ende. In Dir selbst liegt alles wonach Du Dich sehnst. Das Leben wird klar und einfach. Wenn Du inne hältst und still bist, wirst Du in Dir alles entdecken wonach Du suchst."

Diese Worte empfing Eileen Caddy in ihrer Meditation. Die Findhorn Foundation befolgte die Anweisungen dieser Quelle, die Eileen Caddy die stille, innere Stimme nennt. Ihr verdankt sie ihr Wachstum und ihre heutige Größe.

Die Findhorn-Gemeinschaft wurde 1962 von Eileen und Peter Caddy und Dorothy McLean nahe dem Fischerdorf Findhorn im Nordosten Schottlands gegründet. Sie ist zuerst bekannt geworden durch ihre Arbeit mit den Pflanzen und der Kommunikation mit der Natur. Im Laufe der Zeit hat sie sich zu einem Zentrum für spirituelle und ganzheitliche Erziehung entwickelt.

Der Anfang Peter Caddy, ein Armeeoberst und Repräsentant des positiven Denkens in Theorie und Praxis. Er bringt ein unerschütterliches Vertrauen in seine Intuition mit und versteht, seine Vorhaben mit großer Beharrlichkeit umzusetzen.
Eileen Caddy, Mutter der drei Kinder, die die Visionen empfängt und wachhält und zur Mittlerin wird zwischen der physischen Welt und der Quelle ihrer Führung, genannt: die stille, innere Stimme.
Dorothy MacLean, eine Sensitive, die in Kontakt steht mit Engeln, Naturgeistern und Devas (Deva ist ein indischer Begriff und bedeutet "Wesen des Lichts")

Die drei leben mit den Kindern in materieller Armut beengt auf nur wenigen Quadratmetern in einem Wohnwagen auf einem Caravan Park in der Nähe des Dorfes Findhorn, nahe einem Luftwaffenstützpunkt der Britischen Luftwaffe, hoch im Norden Schottlands. Auf sandigem, unfruchtbarem Boden legen sie ohne Vorkenntnisse einen Garten an, der sich in seiner Fruchtbarkeit einzigartig entwickelt. Der Garten ist Mittelpunkt ihres Lebens. Die Ernten werden immer üppiger und der Garten immer größer. Gartenbauexperten, Agrarwissenschaftler und Biologen werden auf den Wundergarten Schottlands aufmerksam, denn was hier geschieht widerspricht allen Regeln der Gartenbaukunst. Bodenproben führen zu keinem logischen Ergebnis, es gibt keine "wissenschaftliche" Erklärung für das Phänomen Findhorn.

Das Geheimnis Findhorns lautet:

In ihrem Projekt kristallisieren die Gründer unterschiedliche Aufgaben heraus.
Eileen erhält Weisungen und sorgt mit ihren täglichen Durchsagen für den spirituellen Überbau. Sie ist die geistige Führung. Dorothy steht in direktem Kontakt mit den Devas und empfängt präzise Anweisungen, wie die jeweiligen Pflanzen versorgt und gepflegt werden müssen.
Peter setzt mit viel Energie und Tatendrang die Weisungen der beiden Frauen um. Er besitzt ein unerschütterliches Vertrauen in ihre Weisungen.

Den Gründern geht es nicht darum, eine alternative biologische Anbautechnik zu verbreiten, sondern um spirituelle Grundprinzipien zu vermitteln und im Alltag erfahrbar zu machen. Einssein mit der Natur als gelebte Realität. 1966 kommt eine dritte Kraft in den Garten, "die dem ungeheuren Wachstum und Aufblühen des Lebens noch mehr förderlich war und gewissermaßen einen Kontrapunkt zu den Wünschen der Menschen setzte. Diese dritte Kraft war die Welt der Naturgeister, überstrahlt von dem Gott Pan, die die hellen, strahlenden Augen eines Robert Ogilivie Crombie entdeckten, der auch Roc gerufen wird."
"Findhorn war ein Experiment in der Zusammenarbeit dreier Reiche: des Reichs der Menschen - verkörpert durch Peter; der Devas, wie sie sich durch Dorothy meldeten; und der Naturgeister, mit denen Roc verkehrte."

Der erste Teil des Experimentes ist beendet, die Erfahrungen aus der Pflanzenwelt sollen nun übertragen werden auf die Welt der Seele und des Geistes.

Die Zeit der Expansion

In den folgenden Jahren finden durch innere Sehnsüchte geleitet immer mehr Menschen den Weg nach Findhorn. Eine aufregende Zeit der Expansion beginnt. Die Gemeinschaft vergrößert sich, Wohnwagen werden dazu gemietet und schließlich das Gelände des Caravan Parks gekauft.
In diesem Aufbaustadium ist das Vertrauen in die "Kunst der Manifestation" bedeutsam. Die Schöpfung durch Gedankenkraft beinhaltet positives Denken, Kontrolle der Gedanken, positives Handeln und lehrt sie, wie etwas durch unsere Gedankenkraft gestaltet wird. Wir sind, was wir denken; was wir denken, wird.
Eileen lernt in mühsamen Lektionen um das zu bitten was benötigt wird, mit der Sicherheit, daß der Bedarf in perfekter Weise gesichert wird.

Findhorn verändert sich. Es geht über das Stadium eines üppigen Gartens hinaus. Erfahrungen kommen hinzu, die über die Macht der Gedanken hinausgehen, und die der Rolle der Liebe gewinnt an Bedeutung. Durch das unaufhaltsame Wachstum der Gemeinschaft treten Konflikte auf und organisatorische Veränderungen werden notwendig. Die Findhorn Foundation wird gemeinnützige Stiftung, deren wichtigstes Ziel laut Stiftungsurkunde ist: "Die Förderung der Religion sowie religiöser Studien und Praktiken ... durch das Lehren, Anführen von Beispielen und Anschaulichmachen der Stichhaltigkeit der Kernwahrheiten aller Religionen und spirituellen Systeme ... und die Unterstützung derer, die durch Wissenserwerb und Persönlichkeitsentwicklung aufrichtig danach trachten, zu einem tiefen Verständnis des Lebens und seiner Beziehung zu Gottes universellem Plan zu kommen."

Durch den Kontakt zu David Spangler gewinnen die Aspekte der Erziehung und Bildung an Bedeutung. Er besitzt tiefes spirituelles, philosophisches Denken, das eine katalytische Wirkung auf das innere Wachstum der Menschen hat.
Der Zulauf von Menschen aus aller Welt wird größer. Cluny Hill, ein ehemaliges 4-Sterne-Hotel, wird hinzugekauft und wird als Cluny Hill College das Gästezentrum der Findhorn Foundation.

Gravierende Veränderungen erschüttern die Gemeinschaft. Diese Veränderungen haben eine tiefe Wirkung auf die Gemeinschaft zur Folge. Eileen Caddy tritt zurück. Bisher setzt die Gemeinschaft ihre täglichen Weisungen, die sie von ihrer inneren, stillen Stimme empfängt, um. Jeder kann nun lernen, aus eigener Kraft positiv zu leben.
Eileen und Peter trennen sich.

Die Findhorn Foundation heute

Die Findhorn Foundation hat im Jahre 1997 ca. 100 feste Mitglieder. Jährlich besuchen ca. 4.000 bis 5.000 Menschen die Gemeinschaft.

Die Arbeit der Foundation beruht auf der Annahme, daß für die Weiterführung unseres Lebens auf der Erde fundamentale Veränderungen nötig sind, in der Art unserer Beziehung zu uns selbst, anderen Menschen, der physischen Umgebung und den spirituellen Dimensionen des Lebens. Die Foundation ist eine Gemeinschaft, in der das gemeinsame Leben die Möglichkeit aufzeigt zur Harmonisierung und Verbindung dieser verschiedenen Beziehungen durch Forschung, Lehre und durch die Schaffung eines Modells zur Entwicklung neuer Lebenswege, das viele der Probleme anspricht, der die Menschheit heute gegenübersteht. Grundsätzlich ist die Gemeinschaft auf folgenden Gebieten aktiv:

Bildung

Sie hat ihre Basis in dem ständig bewohnten Zentrum im Cluny Hill College und im Findhorn Caravan Park. Jedes Jahr besuchen mehrere tausend Menschen die Findhorn Foundation, um an einer Vielzahl von Erfahrungskursen teilzunehmen, die von einer Woche bis zu einem Jahr dauern können. Die Menschen kommen mit der Bereitschaft, die Herausforderungen eines geistigen Weges im täglichen Leben zu meistern und um Liebe und Respekt in ihrer Arbeit und in ihren Beziehungen zu allen Bereichen des Lebens zu bringen. Alle Erfahrungskurse finden statt auf der Grundlage des Glaubens, daß die Menschheit in eine evolutionäre Ausweitung des Bewußtseins eingebunden ist, die neue Zivilisationsmuster und eine planetarische Kultur schafft, beeinflußt von spirituellen Werten.
Aus diesem Grunde umfassen die Kurse verschiedene Themen, die grob unter fünf Kategorien fallen:
  1. persönliches und spirituelles Wachstum
  2. ökologische Lebensführung
  3. Kunst
  4. Gesundheit und Heilen
  5. sowie Gemeinschaftsleben

Umwelt

Die Gemeinschaft beteiligt sich aktiv an Projekten, die der Umwelt zugute kommen, hauptsächlich an der weiteren Entwicklung eines Öko-Dorfes auf dem Gelände. Das schließt bereits innovativen ökologischen Hausbau, erneuerbare Energienutzung ökologische Abwasserbereitung und intensives Recycling ein. Die Foundation fühlt sich auch der Umwelterziehung verpflichtet und ist eine der wesentlichen Quellen für Studienseminare von Schulen, Colleges und Universitäten über Ökologie. Sie führt regelmäßig einen von der Universität anerkannten Halbjahreskurs durch und will diese Arbeit intensivieren.

Gemeinschaft

Die Foundation ist das Herz der größten einzelnen zielgerichteten Gemeinschaft Großbritanniens. Sie umfaßt inzwischen andere wohltätige Organisationen, Firmen, alte und junge Leute und Individuen allen Lebensrichtungen und verschiedener religiöser Herkunft. Der größte Teil der Bildungsarbeit der Foundation bezieht sich auf dieses gemeinschaftliche Umfeld.

All diesen Aktivitäten liegt die Zielsetzung zugrunde, den wesentlichen Wahrheiten, die allen Weltreligionen und spirituellen Lehren innewohnen, Ehre zu erweisen und zu formen.

Im Mittelpunkt des täglichen Lebens der Foundation steht die Arbeit. Die Mitglieder verbringen den größten Teil jeden Tages in einer der vielen Arbeitsbereiche. Zu ihnen gehört das Saubermachen ebenso wie die Sorge für die Umwelt, das Kochen der gemeinsamen Mahlzeiten, Gartenarbeit oder die Tätigkeit in der Verwaltung.
Jeden Morgen treffen sich die Menschen in den einzelnen Arbeitsbereichen um sich einzustimmen. Die Einstimmung ist ein Augenblick der Stille, in der alle sich ihrer Einheit und ihrer besonderen Beziehung zur Arbeit bewußter werden. Der Leitspruch Findhorns lautet: Arbeit ist Liebe in Aktion. Durch die Arbeit lernen sie ihre Lektionen. Hier werden die spirituellen Ideale und Visionen in die Praxis umgesetzt. Aus jeder Tätigkeit lernen sie, wenn sie sich anschauen, wie sie auf eine gegebene Situation reagieren. Die Einstimmung (Attunement) wird auch angewandt beim Lösen von Problemen oder Fällen von Entscheidungen. Attunement ist eine innere Einstimmung auf das Anstehende, um ganz im Hier und Jetzt zu sein.
Die Foundation versteht sich als Mitgestalter der geistigen Kraft, die unser Universum hervorgebracht hat. Ihrem täglichen Leben liegt der Glaube zugrunde, daß ein göttlicher Plan und Zweck unseren Lebensprozeß steuert und daß jeder diesen Plan durch inneres Hinhören und über Intuition erkennen kann. Viele Menschen nutzen die Meditation als Zugang zu ihrer inneren Stimme. Jeder Bereich der Gemeinschaft hat seine eigene Kapelle (Sanctuary), die jedem jederzeit Tag und Nacht zum Gebet oder einfach nur zum Dasein in Ruhe und Stille offensteht. Zu bestimmten Zeiten und speziellen Anlässen finden Gruppenmeditationen für Mitglieder und Gäste statt.

Die Findhorn Foundation ist Ausdruck eines neuen Bewußtseins, das Menschen in aller Welt anspricht. Sie versteht sich als eine globale Familie, als verantwortlicher Partner aller Lebensformen auf Erden. Dieses neue Bewußtsein verlangt, das Leben so zu leben, daß es dem Leben selbst zugute kommt.
Alles ist bedeutsam, die Evolution hängt von uns allen ab.

(Peter Caddy verstarb 1994 an den Folgen eines Autounfalls. Eileen Caddy verstarb am 13.12 2006 friedlich in ihrem Haus in der Findhorn Gemeinschaft)

Auch nach 40 Jahren berührt und bewegt die Findhorn Gemeinschaft weltweit die Menschen, die auf der spirituellen Suche sind. Die Findhorn Gemeinschaft ist keine spirituelle Elite, die sich ihre Insel des Ausstiegs aus unserer heutigen Gesellschaft geschaffen hat.
In einer Zeit, in der sich unsere materialistische Weltordnung in einer sozialen und politischen Sackgasse befindet, lebt die Gemeinschaft die Hinwendung zur Liebe und zum Göttlichen im eigenen Inneren vor. Die Hinwendung zur Liebe hat nichts zu tun mit Selbstsucht, dem Abschotten vor unserer gesellschaftlichen Realität oder der Abkehr vom Alltag. Sie setzt vielmehr Energien frei, die uns nach außen klarer handeln lassen und uns offener für die Schönheit des täglichen Lebens werden läßt.

Dieser Artikel wurde von Petra Loosen und Gabriele Backhaus geschrieben und ist in mehreren Zeitschriften erschienen: Visionen, Frau ab 40 und Menschsein.

Empfehlenswerte Literatur:

Internetseite der Findhorn Foundation: www.findhorn.org

Zu den Autorinnen des Artikels:

Gabriele Backhaus (Jahrgang 1957) ist Trainerin für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung (Mindclearing = Problemlösungen), Coaching und Supervision, sowie Dipl. Musik- und Rhythmiklehrerin.
Sie hat von 1990 bis 1995 in der Findhorn Foundation gelebt und dort zuletzt für 2 Jahre internationale Gruppen geleitet. Sie ist ausgebildete Spielleiterin des in Findhorn entwickelten "Game of Transformation" (Spiel der Wandlung) für Kleingruppen und Großgruppen.
Gabriele Backhaus lebt seit Ende 1995 wieder in Deutschland und gibt überwiegend Workshops des "Game of Transformation" für Kleingruppen und Großgruppen bis 30 Personen. Sie ist "Resource Person", d. h. Ansprechpartnerin Findhorns für Deutschland. Neuerdings organisiert und leitet sie Reisen zu Kraftplätzen Schottlands insbesondere in die Findhorn Foundation. Mit Ihren Reisen möchte Gabriele Backhaus ihre Erfahrungen, ihre Lebensfreude und das "Abenteuer Leben" mit den Reiseteilnehmerinnen teilen. Die Reisen sind ein Teil ihrer Sehnsucht mehr Frieden, Kraft und Liebe auf diese Erde zu bringen. Alle Kraftorte dieser Reisen spiegeln diese Sehnsucht in großer Intensität wieder. Sie machen einen großen Teil ihres spirituellen Weges aus und daran möchte sie die Menschen teilhaben lassen.

Petra Loosen (Jahrgang 1954) ist staatl. gepr. Betriebswirtin, Dipl. Sozialpädagogin, Geapathologin und Baubiologin. Sie war in den letzten Jahren regelmäßig in Findhorn und hat an verschiedenen Workshops teilgenommen. Petra Loosen organisiert und leitet zusammen mit Gabriele Backhaus die Reisen zu Kraftplätzen Schottlands.
Petra Loosen ist interessiert am Wissen über grundlegende Dinge des Lebens und der Natur. Durch Wissenserwerb und Persönlichkeitsentwicklung möchte sie zu einem tiefen Verständnis des Sinns und Zwecks des Lebens kommen.
Reisen an Kraftorte und damit verbunden intensiver Kontakt zu den nährenden Kräften der Natur erhellen sie mit neuen Einsichten und ebnen ihr den Weg zu ihrem eigenen Potential und einem Leben in innerem Frieden. Es ist ein Teil ihres spirituellen Weges, den sie als für sich passend gewählt hat.
Ihr besonderes Interesse gilt der Radiästhesie, Geopathologie und der Geomantie.

Nähere Informationen erhalten Sie bei:
Gabriele Backhaus und Petra Loosen, Dorfstr. 23, 31174 Schellerten
Tel.: 05123-409 888, FAX: 05123-694 100
Email: info@gbackhaus.de, www.gbackhaus.de

"Innere Reise und äußeres Abenteuer"
mein persönlicher Erfahrungsbericht

Gabriele Backhaus

Meine 5 Jahre in der Findhorn Foundation haben mein Leben grundlegend verändert. Es waren die wichtigsten Jahre in meinem Leben.
Im Sommer 1988 besuchte ich zum ersten Mal die Gemeinschaft und nahm an einer Erfahrungswoche teil. Ich hatte von einer Freundin davon gehört und meine Neugierde ließ mir keine Ruhe. Ich war überwältigt von der Freundlichkeit, der Liebe und dem Frieden, die die Menschen dort ausstrahlten. Wenn ich jetzt darüber schreibe, kommen mir noch die Tränen, und ich kann mich sehr gut daran erinnern, als ich "Cluny Hill College" betrat und mit so viel Offenheit empfangen wurde. Meine größte Angst war, mich nicht ausreichend in englisch verständlich machen zu können und so saß ich vor der Anmeldung, vollkommen blockiert und brachte kein Wort heraus. Die liebevolle Unterstützung, Wärme und Akzeptanz der beiden "Focaliser" (ein spezielles Wort in Findhorn für Gruppenleiter) öffneten mein Herz, und ich war in der Lage, mich voll und ganz auf diese Woche einzulassen. Ich merkte sehr bald, daß die Sprache nicht eine große Rolle spielte und es darauf auch nicht ankam.
Vieles was ich in dieser Woche erlebt habe, kann ich kaum wiedergeben. Wesentlich war das tiefe Gefühl von Liebe und Frieden, das sich in mir ausbreitete. Die tägliche Meditation, der Austausch in der Gruppe mit Menschen verschiedener Kulturen und der Kontakt mit der Natur haben sehr dazu beigetragen. Ich fuhr nach Hause mit dem Gefühl, das ist mein Platz, das ist Heimat. Dieses Gefühl hat mich seitdem begleitet.
Ich habe Findhorn die nächsten zwei Jahre noch öfter besucht und mich endgültig im Januar 1990 entschieden, in der Lebensgemeinschaft zu leben. In Hamburg gab ich alles auf, nahm nur die wichtigsten Sachen mit und schloß mich der Lebensgemeinschaft im November 1990 an. Ich wußte nicht, ob ich aufgenommen werden würde, nur das Vertrauen in und die Sehnsucht nach meiner eigenen "Göttlichkeit" haben mir geholfen, mich auf dieses Abenteuer einzulassen.

Mein Leben in Hamburg war viel von meiner Arbeit bestimmt, die mich nicht mehr erfüllte und keinen Raum für Kreativität ließ. Das Einbringen von Liebe im täglichen Miteinander mit meinen Kollegen oder Freunden war nicht möglich, so wie ich es mir vorstellte, und ich wollte Liebe zum Mittelpunkt meines Lebens machen, in allem was ich tue , denke und sage. Das hieß für mich ganz konkret, jeden Menschen gut zu behandeln, eine der größten Herausforderung für mich im Leben.
Und genau das ist in der Findhorn Foundation möglich, jeder Situation mit Offenheit, Hingabe und Liebe zu begegnen, ob in Kontakt mit Menschen, der Natur oder Dingen.
Die Gemeinschaft ist kein Paradies; ihre Philosophie liegt darin, daß wir durch die tägliche Arbeit, die wir tun, lernen und uns selbst näher kommen. Das mußte ich langsam lernen, da meine Einstellung zur Arbeit eine andere war. Die ersten zwei Jahre waren nicht einfach. Iich lernte mehr und mehr, offen zu werden, die Schönheit der Menschen und der Natur wahrzunehmen und meinem Bedürfnis nach innerem Frieden zu folgen. Die vielen Menschen verschiedener Nationalitäten und das ständige Kommen und Gehen in den einzelnen Arbeitsbereichen machten mein Leben reicher, aber nicht leichter. Ich lernte, mich abzugrenzen und meine natürlichen Grenzen zu wahren. In dieser Zeit endete schmerzhaft eine Liebesbeziehung für mich. Ich wurde auf die Probe gestellt weiterhin für die Liebe offen zu sein und mich nicht zu verschließen. Ich bin sehr dadurch gewachsen.

Meine Arbeit in der Gemeinschaft hat in vielen Arbeitsbereichen stattgefunden. Ich war "Focaliser" für den Speisesaal, im Hauspflegedienst , in der Instandhaltung und an der Rezeption. Das Vertrauen, das mir entgegen gebracht wurde, mich in allen Arbeitsbereichen auszuprobieren und meine Kreativität einzubringen, war beeindruckend. Kein Zertifikat, keine Prüfung oder Ausbildung waren dafür notwendig. Ich erwischte mich oft dabei, den Leuten zeigen zu wollen , wie gut ich bin, so daß sie mich mochten und stellte fest, daß es niemanden interessierte und es darum geht, daß ich das, was ich tue, mit Freude und Liebe ausführe. Es war ein ständiger Wahrnehmungs- und Wachstumsprozess.
Entscheidend ist nicht das, was wir tun, sondern wie wir es tun - deshalb kommen die Gäste hierher.
Im Speisesaal war immer Zeit, sich mit Gästen auszutauschen, die persönliche Zuwendung und Unterstützung brauchten. Auf diese Art und Weise nahm ich die ersten tieferen Kontakte zu den Gästen auf. Das hat mir so viel Spaß gemacht, daß ich in das Gästedepartment übergewechselt bin. Ich hatte vorher noch nie mit Gruppen
gearbeitet und lernte sehr schnell, ein tragende, Sicherheit bietende Atmosphäre zu schaffen, in der die Gäste sich ihrem eigenen Innern öffnen konnten. Diese Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich bin über mich selbst hinausgewachsen und habe drei Jahre im Gästebereich gearbeitet. Das Besondere war für mich eine Gruppe von 20-25 Teilnehmern aus 13 verschiedenen Nationen vor mir sitzen zu sehen, was mir das Gefühl gab, der ganze Planet sei anwesend. Größtenteils ging es um Heilung und Frieden auf allen Ebenen, und es war sehr klar, daß jeder einzelne in dieser Gruppe etwas dazu beitragen konnte in seiner eigenen Umgebung und das auch mit nach Hause nahm. Die Menschen öffneten sich wie Blumen. Es war ein wunderbares Erlebnis. Hier habe ich gelernt, Respekt und Achtung vor den Kulturen zu haben und ihnen Raum zu geben. Mein Selbsvertrauen wurde gestärkt. Innerhalb dieser Zeit habe ich das "Spiel der Wandlung" (Game of Transformation) kennengelernt, das aus dem Gruppenprozess der Gemeinschaft heraus entstanden ist, und die Spielleiterausbildung gemacht. Es war das beste Training, das ich je in meinem Leben gemacht habe. Es ist von der Erfahrung und dem Bewußtsein, was ich erlebt habe, unbezahlbar. Das Spiel spiegelte sehr klar wieder, was im Hier und Jetzt vor sich ging. Ich hatte die Wahl, Dinge zu verändern und Transformation geschehen zu lassen. Die Voraussetzung dafür war meine konkrete Spielabsicht, mein Ziel. Im Spiel nahm ich sehr deutlich wahr, daß es nicht darum ging, mein Ziel so schnell wie möglich zu erreichen, sondern mich auf den Weg zu machen in Richtung des Zieles mit den Möglichkeiten und Fähigkeiten, die ich habe. Einsichten, Hindernisse und Qualitäten zeigten sich mir in aller Deutlichkeit und Klarheit, so daß ich handeln und reagieren mußte. Dieses Bewußtsein hat mich wesentlich in meinen persönlichen Beziehungen unterstützt. Es ist mir ein Bedürfnis, das an andere Menschen weiter zu geben. Ich benutze die Sprache des Spiels, um die Entwicklung zum Ausdruck zu bringen, die ich hier durchgemacht habe.

Meine reichen Erfahrungen in den 5 Jahren in der Findhorn-Gemeinschaft haben mir gezeigt wieviel Lebensfreude sich wieder einstellt, wenn ich meine Lebensqualität verbessere, die Menschen gut behandele und in Kontakt mit der Liebe und meiner eigenen Göttlichkeit bin. Ich glaube, daß ich mir meine eigene Wirklichkeit erschaffe - vieles davon unbewußt. Es ist ein Verständnis, das sich mit meiner spirituellen Entfaltung eingestellt hat. Da ich ein Teil Gottes bin und Gott mich liebt, ist alles, was mir scheinbar zustößt, meine eigene Schöpfung und zu meinem Besten. Das hilft mir über die Phasen in meinem Leben hinweg, die schwierig sind. Ich versuche Gott in allem zu sehen: in dem, was ich berühre, und in denen, die mir begegnen. Das ist wichtiger als die Ereignisse in meinem Leben. Wenn ich diese Veränderung meiner Wahrnehmung erreiche, ändern sich auch meine Reaktionen.

Ich bin sehr dankbar und glücklich, daß ich diese Erfahrungen in Findhorn machen durfte. Mein Weg hat mich zurück nach Deutschland geführt, um diese Erfahrungen weiterzugeben. Ich möchte Menschen inspirieren, an sich zu glauben , das zu tun, was ihnen Spaß macht und sich auf das "Abenteuer Leben" einzulassen. Daraus entstanden verschiedene Projekte, die ich mit Leidenschaft, Liebe und Freude ausführe. Ich gebe Seminare zum Spiel der Wandlung in ganz Deutschland und Österreich, organisiere Findhornabende (Vortrags- und Diaabend über die Lebensgemeinschaft) und leite Reisen zu Kraftplätzen in Schottland (Findhorn Foundation, Heilige Insel Iona und Edinburgh). Die Reisen organisiere ich zusammen mit meiner Freundin Petra, und unsere individuelle Auseinandersetzung mit den Menschen, der Natur und den Dingen trägt wesentlich zum spirituellen Wachstum jedes einzelnen bei. Wir möchten die Menschen ein Stück auf ihrem spirituellen Weg begleiten.





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